Konfliktmanagement
Die Dämonen füttern - Konfliktmanagement im Team
Konflikte sind Entwicklungschancen im Team, wenn man sie nutzt und nicht vermeidet, bekämpft oder vor Ihnen davonläuft. Die folgenden Anregungen sollen dazu dienen „die Dämonen zu füttern“, denn in jedem Konflikt steckt ein Informationsgeschenk. Packen wir es an (oder aus!).
Wie steht es um Ihre Vorannahmen im Umgang mit Konflikten? Sind Sie der Meinung, dass
- Probleme objektiv sind?
- es nur eine Ursache gibt?
- nur einer Recht hat?
- zukünftige Entwicklungen vorhersehbar und planbar sind?
Verabschieden Sie sich davon und versuchen Sie stattdessen:
- verschiedene Perspektiven und Sichtweisen zu berücksichtigen.
- Konflikte als dynamische Prozesse mit wechselseitiger Beeinflussung der Beteiligten zu beschreiben.
- Ihre Lernfähigkeit und Flexibilität zu erhalten.
Es hilft, wenn Sie
…allen Beteiligten eine positive Absicht zugestehen.
…den Konflikt als bedeutsame Chance für alle Beteiligten begreifen.
…bei den Beteiligten die Fähigkeiten und Ressourcen zur Bewältigung sehen.
Grundsätzlich hat man als Führungskraft, TrainerIn oder BeraterIn die Möglichkeit, Konflikte
- zu übergehen/überspielen.
- abzugrenzen/auszulagern.
- die Situation/Methode zu verändern.
- zu bearbeiten
Primawera arbeitet auf Basis des „systemischen Konfliktmanagementmodells“, welches 5 Stufen vorsieht:
1. Analyse
Sie dient nicht der Suche nach der einzig „wahren“ Ursache, denn das würde den Konflikt nur zusätzlich schüren und zu gegenseitigen Vorwürfen führen. Vielmehr geht es darum Fragen zu stellen, die den Beteiligten ermöglichen, die Sichtweise des anderen besser zu verstehen. Ergebnis ist die Beschreibung und Einschätzung des Konflikts aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Aufgabe des Begleiters/der Begleiterin ist es, Fragen zu stellen und die Beteiligten zum aktiven Zuhören zu ermuntern.
2. Akzeptanz
Die Fragestellungen des Begleiters/der Begleiterin sollen ermöglichen, einzementierte Positionen aufzugeben und auf die Ebene der Interessen, Motive und Erwartungen zu kommen. Das erleichtert das gegenseitige Verstehen und ermöglicht in späterer Folge die Verhandlung.
3. Positive Absicht
Im Mittelpunkt steht die positive Absicht aller Beteiligten. In Konflikten werden die Handlungen anderer als Angriff erlebt: „Du hast mich nicht informiert, weil du mich nicht magst oder weil du dir damit einen Vorteil herausschlagen willst oder weil du nur an dich denkst!“
Die Rückmeldung könnte sein: „Ich hab dich in der Situation nicht informiert, weil ich Zeit sparen wollte oder weil ich es nicht für so wichtig hielt oder weil ich es zu einem besseren Zeitpunkt machen wollte!“
Die objektive Sachlage bleibt gleich: Die Information ist in dieser Situation nicht erfolgt. Die neue Sichtweise erleichtert das Verständnis und ermöglicht die nächsten Schritte.
4. Ziel
Die nächste Stufe ist die Formulierung eines gemeinsamen Ziels.
Es geht primär um die Gemeinsamkeit und nicht so sehr um die Formulierung des Ziels selbst, hin zu einer gemeinsamen Lösung und weg vom „gegeneinander kämpfen“.
Minimalziel wäre: „Wir lösen den Konflikt gemeinsam, um unsere Zusammenarbeit im Arbeitsalltag zu erleichtern oder zu ermöglichen.“
5. Wunschverhandlung und Lösungswege
Der wichtigste Schritt in dieser Phase ist: Weg vom Vorwurf - hin zum Wunsch.
Wünsche an die jeweils anderen werden ausgesprochen und verhandelt: „Ich wünsche mir, dass du …..“
Mögliche Reaktionen: „Jetzt, wo ich es weiß, kann ich ….“ oder „unter diesen Bedingungen kann ich diesen Wunsch erfüllen…“ oder „Das passt für mich nicht. Ich schlage dir vor, …“
Diese Form der Verhandlungen bringt die Beteiligten weg von der Ursachenforschung, Problemorientierung und Vergangenheit hin zu Lösungen und Zukunftsorientierung.
Die Ausgewogenheit und Fairness der Lösungen (win-win Prinzip) ist ein Erfolgsfaktor in dieser Phase. Der Nutzen der Lösung muss für alle Beteiligten klar sein. Was ist für mich/uns nach der Lösung besser als jetzt?
Wir haben einen Fragenkatalog zum Download vorbereitet, der Ihnen beim Lösen von Konflikten eine Hilfe sein kann.
Viel Spaß und Erfolg beim „Füttern der Dämonen“!
Ansprechpartner: Mag. Gerhard Maier (zum Profil)
Kontakt: office@primawera.com
Tel.: 0316-811727
